L’écrivain et son chien

Montag 24.11.2008 20:00

Dieser fünfminütige Kurzfilm wurde als einer von zwei Beiträgen von der Domina «Gala Fur» zusammen mit dem Schriftsteller Pierre Bourgeade 2003 für die von Peter Weibel organisierte Ausstellung «Phantom der Lust» anlässlich der Feier von Graz als europäische Kulturhauptstadt realisiert. Die beiden Hauptrollen werden verkörpert von der Malerin Marie Morel und ihrem Partner dem  Schriftsteller und Fotograf Pierre Bourgeade. Die beiden beschäftigen sich seit längerem mit dem Thema Tier und Mensch und den damit verbundenen Transformationsfantasien. Die Ausstellung unter dem Titel «Animamours» und das daraus entstandene Buch sind Beispiele dafür.

Paris, der Eiffelturm. Der Schriftsteller kommt vom Einkaufen nach Hause und wird vor der Türe seines Appartements von seiner treuen menschlichen Hündin freudig erwartet. Er lässt sie in die Wohnung und packt seine Einkäufe aus. Als er merkt, dass er die Zeitung vergessen hat schiebt er seinem Hündchen einen kleinen Bestellzettel unters Halsband und schickt sie/es auf allen vieren los um die Lektüre zu besorgen. Er erledigt derweil ein Telefon und schon kurz darauf kommt Fido mit der Zeitung zurück und die beiden machen es sich auf und vor dem Sofa gemütlich. Trautes Heim, Glück allein.

Aber ein Hündchen braucht natürlich auch Pflege. Weil sie sich dauernd kratzt wird sie auf den Tisch gestellt und genauer untersucht, geschrubbt und schliesslich mit einem Flohspray eingesprüht. Die ganze Zeit spricht Bourgeade mit ausserordentlich weicher und sanfter Stimme mit ihr. Selbst als sie ihre Wasserschüssel umstösst und er ihr deswegen eine Bestrafung ankündigt erhebt er seine Stimme nicht massgeblich.


Mit einigen Gertenschlägen auf Po und Pfoten wird die Schuld gesühnt, danach darf sie ihm die Schuhe lecken und sich so wieder seiner Nähe versichern. Der Film endet mit einer Szene in der sie im Bett an ihn geschmiegt von ihm gestreichelt wird.

Alle Szenen strahlen eine überraschende Harmonie und Selbstverständlichkeit aus und haben kaum etwas gemein mit allgemein gängigen BDSM Klischees. Dies obwohl eigentlich alle Elemente einer 24/7 BDSM Beziehung gezeigt werden.

Der Film wurde anlässlich eines internationalen Kolloquiums zum Thema «Der Körper, die Struktur: Semiotik und Inszenierung» im Dezember 2003 von den beiden Künstlern in Form einer Performance noch einmal aufgegriffen. Dort führte Bourgeade seine Partnerin ebenfalls nackt und an der Leine durch den Saal und rezitierte dazu das folgende Gedicht von Paul Valéry:

Les Pas

Tes pas, enfants de mon silence,
Saintement, lentement placés,
Vers le lit de ma vigilance
Procèdent muets et glacés.

Personne pure, ombre divine,
Qu’ils sont doux, tes pas retenus !
Dieux !… tous les dons que je devine
Viennent à moi sur ces pieds nus !

Si, de tes lèvres avancées,
Tu prépares pour l’apaiser,
A l’habitant de mes pensées
La nourriture d’un baiser,

Ne hâte pas cet acte tendre,
Douceur d’être et de n’être pas,
Car j’ai vécu de vous attendre,
Et mon coeur n’était que vos pas.

Wuff!
sm@

Erotik Die Erotik dürfte sich Pets & Owners erschliessen
Handlung Alltag eines ungewöhnlichen Gespanns
Technik Videoproduktion, ok
Bildsprache Einfach und direkt
Tiefgang Erstaunliche Intensität spürbar
Seltenheitswert Auf der Gala Fur DVD
Gesamtwertung ★★★☆☆

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Eine Antwort zu “L’écrivain et son chien”

  1. Gala Fur schreibt:

    Well, though I don’t speak german I understand your comment is a gentle one and it makes me and Pierre Bourgeade happy…
    warmly,

    Gala

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