Be my Slave

Mittwoch 26.11.2008 22:15

Der letzte Teil des Mittwoch Abends steht ganz im Zeichen der Video-Darstellerin Carmen Riviera die an einer früheren Fetischtraum-Party mit einer Show aufgetreten ist und damit einen offenbar bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

Electric Pussy Boogie

Die Berliner Cyberpunk Band Cromax International hat sich für ihr Musikvideo zum Song «Electric Pussy Boogie» Carmen Rivera als Gaststar geleistet. Das Video ist durchaus amüsant und nicht schlechter als ein durchschnittlicher MTV Beitrag. Aus Rücksicht auf die Qualität dieses Blogs verzichte ich aber dennoch auf die Integration des Videos. Wer es trotzdem sehen will findet es auf YouTube.

Nylon-Luder (Chapter 1)

Die Produktionsfirma von Carmen Riviera hätte für die Vorführung am Fetisch-Film-Festival eigentlich lieber den Video «Nylon-Luder» zeigen lassen. Um dennoch einen Eindruck zu geben wird das erste Kapitel als Teaser gezeigt. «Baronessa Riviera» gibt darin die grausame Frau die eine schriftliche Bewerbung von einem Sklaven erhält und sich darüber vor der Kamera mockiert. Ein Vergleich mit Wanda SM drängt sich auf und verbietet sich gleichzeitig. Zu gross ist der Unterschied der Qualität der beiden Darstellungen.

Be my Slave

Damit sind wir beim Hauptfilm des Spätprogramms. Es gibt ein Merkmal, das diese Produktion aus dem riesigen Meer von Femdom-Massen-Videos heraushebt: «Erlebe Deine Herrin aus der Sklaven-Perspektive! Eine virtuelle Erziehung die dich in die Rolle meines Opfers versetzt! Knie nieder vor mir, Sklave!» steht auf dem Cover zu lesen. «Und mach Dich auf etwas gefasst» ist man versucht hinzuzufügen.

Vorhang auf: Wir schauen auf ein Pult auf dem ein Manuskript liegt an dem jemand gerade arbeitet. Aber Moment, da bewegt sich ja alles. Die Kamera schwenkt nach links, ruckartig nach vorne, dann zurück. Hilfe ich werde seh-krank! Die Türe öffnet sich, rasanter Schwenk, das steht CR im Türrahmen – Latexstrümpfe, kurzes Schottenrock, ein weisses Hemd das interessante Einblicke gewährt. Kein schlechtes Outfit. Aber egal, die Kamera rast zurück zum Manuskript. Damen soll man nicht anstarren.

Einer meiner Dozenten hat uns Studenten einmal gepredigt «Und beachten Sie bitte, dass nicht jede Szene die mit der Handkamera gefilmt wird, notwendigerweise künstlerisch wertvoll ist». Recht hat er! Aber da dies ja nicht der Anspruch dieser DVD ist wollen wir darauf auch nicht weiter eingehen. Immerhin kriegen wir so einmal etwas anderes zu sehen als in solchen Streifen sonst üblich.

Und es gibt noch eine weitere cineastische Eigenheit die diese Produktion auszeichnet. Es existieren so gut wie keine Schnitte. Ich bin auf lediglich zwei gekommen und dies bei einer Gesamtspieldauer von doch 42 Minuten. So was haben sonst nur Grössen wie z.B. der Altmeister Alfred Hitchcock (er möge mir den Vergleich nachsehen) in «Cocktail für eine Leiche» mit der damaligen Creme de la Creme der Hollywood Darsteller geschafft. Unter diesem Blickwinkel wird Frau Riviera’s mehr als 20-minütige Improvisation in der sie Ihren Bürokollegen als Spanner beschimpft schon beinahe zu einer schauspielerischen Leistung. Natürlich ging es hier nicht um einen künstlerischen Ausdruck sondern um ein knappes Produktionsbudget. Und in diesem Sinne sind die nicht existierenden Schnitte durchaus erhellend für die Produktionsbedingungen unter denen diese Kategorie von Videos entsteht.

Auch entbehrt das Filmchen durchaus nicht einiger unfreiwillig komischer Elemente. So z.B. in dem Moment als der Objektivdeckel, der in der Hand neben dem Kopf gehaltenen Videokamera, sich ausgerechnet in dem Moment löst und ins Bild klappert, als der «Sklave» sich selbst befriedigen soll und kurz vor dem Durchbruch steht. Man ahnt aufgrund der Geräusche die Verzweiflung und die Anstrengung des Kamerasklaven dass Missgeschick wieder gut zu machen.

Auch die Publikumsbeschimpfung, die vor einigen Jahren durchaus zum Repertoire jeder avantgardistischen Inszenierung gehörte die etwas auf sich hielt, fehlt nicht. Gegen Ende der Performance keift die Hauptdarstellerin durchaus überzeugend direkt in Kamera «Ihr Sklaven seid für nichts zu gebrauchen, ich hasse Euch!». Danke Herrin!

Kriechend-kichernde Grüsse
sm@

PS: «Ich wüsste nur zu gerne, was Carmen Riviera mit dir anstellen würde wenn sie dich nach diesem Artikel in die Finger kriegen würde» meinte meine Herrin mit einem bösartigen Lächeln nachdem Sie diesen Post gelesen hatte.

Erotik Durchschnittliches Erotikvideo
Handlung Ein Bürokollege wird gereizt und beschimpft
Technik Videoproduktion, ok
Bildsprache Neben den Kopf gehaltene Videokamera
Tiefgang Keine Absichten in diese Richtung
Seltenheitswert Als DVD im Fanshop erhältlich
Gesamtwertung ★★☆☆☆
» Überblick im Blog-Lager

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