Bullwhip-Workshop von MyMaster
Am Samstag war ich nun zum zweiten Mal in diesem Monat an einem Bullpeitschen-Workshop. Dieses Mal in der Schweiz, in einer nüchternen Turnhalle irgendwo im Solothurner Outback wo sich 16 interessierte Frauen und Männer trafen, um unter der kundigen Leitung des aus Deutschland angereisten MyMaster das SM-Handwerk mit der Bullpeitsche zu erlernen. Auch wenn die Mehrzweckhalle eher längst verblichene Erinnerungen an lustige Turnstunden wachrief und auch die vorgeschriebenen Turnschuhe eher auf eine Sportveranstaltung schliessen liessen, war das Hauptthema dennoch SM mit der langen Bullpeitsche. Die Teilnehmer setzte sich aus einer bunten Schar von Individuen mit unterschiedlichstem Peitschen-Wissensstand zusammen. Was dabei allerdings eine Berliner Lady mit ihrer Rollschuh-Kür zeigen oder beweisen wollte, hat sich mir nicht erschlossen und wirkte etwas schräg. Vielleicht wollte sie den Einsatz der Bullwhip in freier Fahrt erlernen. Na ja, jedem wie es ihm gefällt, solange es die anderen nicht stört oder gefährdet.
Der Kursleiter MyMaster begann mit der Theorie über den Aufbau einer Bullwhip, die diversen Typen sowie mit Materialkunde. Anschliessend erklärte er wieso und wann eine Bullwhip überhaupt knallt und wie sie theoretisch zu Handhaben ist. Den möglichen Gefahren, den Sicherheitsmassnahmen, der richtigen Pflege sowie, ganz besonders wichtig, der (Nach-)Betreuung des Passiven ist besondere Aufmerksamkeit geschenkt worden. Zum Abschluss des theoretischen Teils zeigte er auch noch ausführlich die Herstellung von Crackern sowie die diversen Möglichkeiten an Material, Längen sowie die verwendbaren Knoten.
Nach einer kleinen Kaffee-und Kuchenpause (ich hätte mich über frische Früchte gefreut) holte man dann die eigenen Bullwhips hervor oder suchte sich eine, der von MyMaster freundlicherweise zur Verfügung gestellten Peitschen aus. Den Anfängern zeigte er im praktischen Teil die Technik des Forward Crack und mir, als vermeintlich Fortgeschrittene, den Coachman’s Crack sowie den Overhead Crack. Meine eigene, voreilige Einteilung in die höhere Klasse, hatte dann allerdings zur Folge, dass mein Luxubody nun an einigen Stellen fiese rote Striemen und kleinere Blutergüsse aufweist. Denn eine solche 5.5ft Nylon-Bullwhip wird plötzlich doch sehr lange, wenn sie einem (noch) unkontrolliert um den Kopf schwirrt. Die Spuren lösten zu Hause dann ein leicht schadenfreudiges Grinsen bei meinem Subbie aus, da er nicht als Übungsobjekt mitkommen durfte und darüber doch etwas enttäuscht war.
Nun ja, es gibt wohl niemanden der ernsthaft glaubhaft machen möchte, dass SM schmerzlos sei. So komme ich nun zur Vorführung von MyMaster am lebenden Objekt. Er demonstrierte die diversen Techniken und Wirkungsweisen der unterschiedlichen Peitschen auf der Haut einer freiwilligen Bottom (Passiven) und die Kursteilnehmer konnten sich anschliessend selbst ein Bild machen wie sich die Schlagtechniken Smooth, Crack und Wraparound auf der Haut abzeichneten. Eine eindrückliche Perfomance mit 5.5ft Bullwhip, Dragontail, Signalwhip und Hundepeitsche, bei der die tapfere Sub einiges einsteckten musste. Allerdings wurde sie von MyMaster auch vorbildlich betreut und anschliessend gepflegt.
Der Rest des Kurses ist schnell beschrieben. Jetzt hiess es das Erlernte an den zahlreichen Boxsäcken anzuwenden und fleissig das Cracken zu üben. Dazu gehörte natürlich auch das ausgiebige Fachsimpeln darüber woher und für wie viel man welche gute Bullwhip bekommt.
Für mich persönlich war dieser Kurs, vor allem in der zufällig zustande gekommenen Kombination mit dem Kurs bei Don Oliver, eine sehr gute Ergänzung. Jeder der beiden Meister geht auf eine andere Art an das Thema heran und legt auch auf andere Punkte sein Hauptaugenmerk. Don Oliver steht dabei etwas für die leiseren, stilvollen Töne und ist selbst ein ausgezeichneter Peitschenbauer. MyMaster dagegen ist der Mann für die härtere Gangart. Dies aber auch bei ihm mit grosser Sensibilität und Respekt für den Bottom und die Gefahren bei dieser Disziplin.
Für mich persönlich hat der Kursleiter MyMaster sein Wissen gut vermittelt auch wenn manchmal das Gefühl aufkam, dass er die Struktur etwas suchen musste. Er hat sich eingehend um jeden Einzelnen gekümmert und ist auf die unterschiedlichen Niveaus gut eingegangen. Was den Veranstalter betrifft bin ich der Meinung, dass der Workshop zu teuer angesetzt war (Einzel:100.-, Paar 170.-). Zumindest sind nun alle Auslagen für das Equipment (6 einfache Boxsackhüllen und Ketten) für zukünftige Kurse bezahlt, das lässt auf eine Preiskorrektur nach unten hoffen. Schön wäre auch gewesen, wenn die kleine Verpflegung in der Pause etwas gesündere Alternativen geboten hätte, denn schliesslich achtet eine Lady ja auch auf einen guten “Bodyshape”.
Fürs Erste wird man mich, sobald das Wetter wieder etwas angenehmer ist, wohl öfter im Grünen antreffen, um das nun Erlernte auch richtig umzusetzen und zu üben bevor ich damit auf Subbie los gehe
Signalwhip-Grüsse
Domenique
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2. April 2009 um 20:34
Hallo Domenique
Danke für dein Beitrag in dein Blog wegen der Workshop.
Wir werde sowohl die gute als die schlechte kritiken zur kentniss nehmen und versuchen diese positiv zu verwenden für den nächste Workshoptermin. Es ist schon zu bemerken das jemanden unsere Bemuhnungen schätzt und das wir doch leuten damit motivieren können.
Schöner Grüss von Loulou