Archive für Oktober, 2009

Samstag 31.10.09 20.30 Uhr

Veröffentlicht unter Events, Video/Movies am 31. Oktober 2009 von Domenique von Sternenberg

Latex Aviator Interview
Kurzfilm (USA/2009) von LatexGirls HD


Den Start in die letzte Runde des Fetisch Film Festivals in Kiel macht ein Kurzfilm der Website LatexGirls HD mit der Niederländerin Ancilla Tilia, einem international sehr bekannten Fetish-Pinup und Latex-Model.

Regie: unbekannt
Dauer: 2.03min./ englisch

Der Pfandlaie
Kurzfilm (BRD/ 2007) von Frank-Peter Lenze (zu Gast im Kino)

Ein junger Mann stürtzt völlig ausser Atem in eine Pfandleihe. “Er brauche dringend 200€. Es gehe um Leben und Tod.” Er kramt in einer Plastiktüte und bringt SM-Utensilien zum Vorschein. Doch der Pfandleiher lächelt nur ablehnend. Plötzlich öffnet sich die Tür und ein Domina in Leder kommt auf Highheels herein. Sie legt 2000€ auf den Tresen und übergibt den Pfandschein. Sie löst einen ihrer Sklaven aus, der ihr das vereinbarte Entgeld schuldete. Beim raus gehen, dreht sie sich auf dem Absatz und droht dem jungen Pfandlaien, er habe noch drei Stunden um die 200€ zu bezahlen.

Der Kurzfilm ist einer von 10 Filmen mit der Thematik Pfandleihe, die von Wüste Filmproduktion im Auftrag von Arte produziert wurden. Die Vorgabe war dabei, dass ein bekannter Schauspieler mit zwei Jungschauspielern agiert. Der am Festival vorgeführte Film von F. P. Lenze ist nie am TV ausgestrahlt worden. Vielmehr hat er an diversen internationalen Shortfilm Festivals Erfolge und Interesse erzielt.

Ich habe mich bei diesem Kurzfilm köstlich unterhalten. Absolut professionelle Qualität, gute Besetzung und eine humorvolle Geschichte zum Thema BDSM. Herrlich, mein persönlicher Festival-Favorit in der Sparte Kurzfilme!

Es wäre sehr zu wünschen, dass der Regisseur F. P. Lenze vermehrt seine ver-rückten Geschichten auf Leinwand präsentieren könnte. Die Filmideen, von denen er mir beim kurzen Zusammentreffen vor der Vorführung erzählte, sprudelten nur so von wilden, schrägen und faszinierenden Ideen. Ich bin gespannt auf sein nächstes Werk.

Regie: F. P. Lenze
Kamera: Enrico Wolff
Schauspieler: Katharina Wackernagel, Jonas von Lingen, Alexander Grünberg
Dauer: 5min./ deutsch, englische Unterttitel

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Samstag 31.10.2009 17.45 Uhr

Veröffentlicht unter Events, Video/Movies am 31. Oktober 2009 von Domenique von Sternenberg

Loving Work
Dokumentarfilm (NL/ 2008) von Vivian Wenli Li
In dieser Dokumentation begleitet die Regisseurin Vivian Wenli Li das englische Paar Tigerr und Simon Benson durch ihren Alltag. Das besondere an dieser Partnerschaft ist, dass beide in der Online-Fetischfilmindustrie arbeiten. In ihrem Fall heisst das, dass Kameras im Schlafzimmer stehen, Peitschen und Fesseln im Büro herumliegen. Diese Balance zwischen einem ungewöhnlichen Beruf im BDSM-Webgeschäft (petgirls.com), der eigenen Leidenschaft zum D/s-Rollenspiel und den ganz alltäglichen Aufgaben in einer Partnerschaft harmonisch zu verbinden ist dabei ihre Herausforderung.

Es scheint als würde das Paar diesen Seilakt ganz gut hinkriegen. Sehr harmonisch verbinden sie die diversen Lebensbereiche. Sie gehen mit ihrem Hund gemeinsam spazieren. Laden Freunde zum Nachtessen ein oder sie trägt ihr Halsband und isst aus dem Fressnapf neben dem Hund. Eine ausgeglichene, sinnliche Partnerschaft die neben der täglichen Arbeit mit BDSM- und Fetischthemen die eigen Leidenschaft trotzdem leidenschaftlich geniessen kann.

Die Probleme kommen von Aussen. In der Form, dass die Vermieterin, als sie erfuhr wie ihre Mieter das Geld verdienen, die Wohnung umgehend kündigte.

Ein schöner Einblick in eine Partnerschaft, das man sich vorab doch etwas abenteuerlicher vorstellt. Aber es ist  doch viel normaler und unterscheidet sich nicht allzu gross vom Leben anderer Paare.

Regie: Vivian Wenli Li
Soundtrack: Takuro Mizuta Lippit (DJ Sniff)
Dauer: 15min./ englisch

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Freitag 30.10.09 21.00 Uhr

Veröffentlicht unter Events, Video/Movies am 30. Oktober 2009 von Domenique von Sternenberg

Coming Out Spanko
Kurzfilm (USA/2007) von Tanya Bezreh
Der Film wurde von Andy als «der schwierigste Teil des Abends» angekündigt und er hat damit nicht übertrieben. Der 15 minütige Film hat, das sei hier nicht verschwiegen, den Preis für den besten Kurzfilm am CineKink Festival 2008 in NewYork gewonnen. Es handelt sich um das Videotagebuch eines Mädchens das gerade seine Sexualität und vor allem seine BDSM Fantasien entdeckt und dies mit einer Kleinkamera in (scheinbar?) selbst gefilmten kurzen Statements festhält. Während dies als persönliches Dokument und modernes Tagebuch durchaus legitim wäre und sowohl aufgrund seiner technischer Unzulänglichkeiten wie auch des meistens kaum verständlichen englischen Gebrabbels und Gemurmels in unzusammenhängenden Worten und Sätzen gut auf Youtube passen würde, ist der Streifen auf einer Kinoleinwand schlicht eine Zumutung für die Zuschauer. So war ich vermutlich nicht der Einzige im Saal der froh war als die 15 Minuten schliesslich um waren. Die geneigte Leserin / der geneigte Leser möge sich das Machwerk selbst ansehen und sich ein eigenes Bild machen.

Grüsse
sm@

Modern Love is Automatic
Spielfilm (USA/ 2009) von Zach Clark, US-Originalversion , deutsche Erstaufführung

Modern Love Is Automatic – Der Film … «I don’t know». Ich weiss nicht. Nein, ich weiss wirklich nicht was mir der Film sagen will. Und, um es vorweg zu nehmen, hat mich der Film dennoch seltsam berührt und ich habe mich mit dieser «new american comedy» während 93 Minuten bestens unterhalten.

Get the Flash Player to see this video.

«I don’t know» – diesen Satz gibt die Hauptfigur Lorraine (ausgezeichnet gespielt von Melodie Sisk) während des Films regelmässig von sich wenn sie ihre Einsilbigkeit nicht mit “ok”, “yeah” oder “sure” noch weiter auf die Spitze treibt. Genau so distanziert und nüchtern wie die die Hauptfigur ist der Film in einer grafisch kühlen Optik gehalten, ergänzt von einem ebenso abstrakten Soundtrack der zwischen Hintergrund-Muzac in der Arztpraxis und den death metal Riffs von Blasphemer gekonnt oszilliert.

Nachdem ihr Freund sie betrogen hat und die Wohnung verlassen hat, ist die Arzthelferin Lorraine alles andere als am Boden zerstört. Hauptsache die Frisur sitzt und die Bettwäsche ist frisch und faltenfrei. Ganz anders Adrian die kurz darauf als neue Wohnpartnerin bei Lorraine einzieht. Adrian träumt davon ein glamouröses Fashionmodel zu werden, landet dann allerdings hart in der Realität einer heruntergekommenen Shoppingmall wo sie Matratzen “an den Mann bringen” soll. Da hilft es wenig, dass ihr Freund Mitch sich mehr für die zunehmend abwesend-abweisende Lorraine interessiert als für sie. Sie strampelt, kämpft, heult, rappelt sich auf und kämpft weiter. Die Tage kommen und gehen, die Motoren der Matratzen und des Behandlungsstuhls in der Praxis surren leise, alles dreht wunderbar automatisch – Modern Love Is Automatic

Lorraine beschliesst diese Muster zu durchbrechen. Ein zufällig zurückgelassenes SM-Magazin gibt ihr einen Fingerzeig. Sie wird hineingezogen in eine geheime und zwielichtige Welt einsamer Männer, billiger Motels, von Ketten und Peitschen. Nur um schon bald darauf festzustellen, dass sie sich in einer neuen Serie von sich selbst wiederholenden Handlungen wieder findet. Sie fesselt einen Mann an einen Stuhl. Sie presst ihren Absatz in seine Brust. Sie würgt ihn mit einem Stück einer Kette. Sie faltet ihre Handschuhe und sieht sich im Spiegel an. Sie geht nach Hause. Sie nimmt eine Sprudelbüchse aus dem Kühlschrank. Sie kauft sich ein Auto. Sie geht mit dem neuen jungen Arzt aus. Sie mixt sich einen Fruchtshake. Yeah. Sie fährt mit dem Bus zur Arbeit. Die Handlungen wiederholen sich – unendlich.

Trotz dieser scheinbaren Ruhe oder gerade deswegen hat man als Zuschauer ständig den Eindruck, dass es unter Lorraine’s, in jeder Situation, makellos gepflegten und attraktiven Oberfläche heftig brodeln muss. Manchmal erahnt man etwas davon, etwa dann wenn sie einen Revolver kauft oder beschliesst als Domina Männer zu quälen und zu erniedrigen. I ton’ know.

Zach Clark zu seinem Film: “Ich wollte dass «Modern Love is Automatic» gegenüber der Tatsache, dass jemand eine Domina ist, exakt dieselbe moralische Haltung einnimmt wie gegenüber der Tatsache, dass jemand ein Sandwich zubereitet. Beides sind Dinge die jemand im Laufe seines Tages tut. Sie sind weder gut noch schlecht. Sie sind einfach. «Modern Love» ist ebenso ein Film über eine Domina wie einer über eine Arzthelferin, einen Matratzenladen, rosa und türkise Pastellfarben oder das Auspacken von Geschenken.

Vielleicht wiederholen sich alle Handlungen endlos. Vielleicht das Gegenteil. Um die Beach Boys zu zitieren: «Ich weiss es gibt eine Antwort. Ich weiss es, aber ich muss sie selbst finden».”

Regie: Zach Clark
Drehbuch: Zach Clark
Hauptdarstellerin: Melodie Sisk
Kamera: Denise Farthing
Dauer: 93min./ englisch

Grüsse aus dem Dunkeln
Tippse sm@

Butler
Zeichentrickfilm (S/ 2005) von Erik Rosenlund


Es hat mich sehr gefreut, dass es auch ein Zeichentrickfilm ins Programm geschafft hat. Der Film des Schweden Erik Rosenlund ist eine kleine Hommage an die immer bereiten Butler. Rosenlund hat 18 Monate an diesem neun minütigen Trickfilm gearbeitet. Wie beim einsatzwilligen Butler, der den erotisch-bizarren Wünschen  des Ehepaars nachkommt, stellt sich auch bei Erik Rosenlund die Frage: But will all his efforts be appreciated? Werden seine Anstrengungen auch gewürdigt? Mir hat der kleine Film, der mich an den englisch-schwarzen Humor erinnert, sehr gefallen. Meine Würdigung hat er in jeden Fall.

Regie/Zeichner: Erik Rosenlund
Dauer: 9.20min./

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Freitag 30.10.2009 17.45 Uhr

Veröffentlicht unter Events, Video/Movies am 30. Oktober 2009 von Domenique von Sternenberg

KLEINE SCHRITTE – PICCOLI PASSI
Kurzfilm (I/2007) von Daniele Baricordi

“Un piccolo passo per l’uomo, un grande passo per l’umanità” ist der Leitfaden der den zuschauer durch die persönliche Lebensphilosophie des Regisseurs führt.
Es beginnt in seiner Kindheit mit den ersten kleinen Schritten. Als 1969 der erste Mensch auf dem Mond den ersten Schritt machte, entdeckte er Histoire d’O und seine Leidenschaft BDSM und verpasst dadurch das ganze Spektakel. Weitere leidenschaftliche Fixpunkte in seinem Leben folgen, bis er sich selbst überholt und in die Zukunft schaut. Was wäre wenn er die ersten Schritte eines Amerikaners auf dem Mars erleben könnte? Die Antwort: Er würde sich immer ohne zögern für ein erotisches Erlebnis mit einer schönen Frau entscheiden, als an einem Grossereignis der Weltgeschichte zu zuschauen. Seine grosse Liebe und Leidenschaft gilt den schönen Frauen und seinen besonderen, bizarren Spielen.

Es ist ein surrealistisch-biographischer Film, der durch die persönlich-intime Aussage das Interesse weckt. Das die Qualität etwas dürftig ist hat mich persönlich nicht gestört, da der Film dadurch noch zusätzlich einen intimen Charakter erhält.

Regie: Daniele Baricordi
Musik: Garage Band
Dauer: 16.30min./ italienisch, deutsche Untertitel wurden extra vom Regisseur für dieses Festival eingefügt

Military Drill 1
Kurzfilm (BRD/ 2009) von Baroness Bijou

Baroness Bijou gehörte zu den Ersten, die eine Zusage für eine Teilnahme am Fetisch Film Festival 2009 gab. “Military Drill 1″ gehört zu einer Serie von mehreren Filmen die sie zu diesem Thema drehte. Diese wurden für den Vertrieb via USA über die Website clips4xxx.com (Download: $22) produziert. Ein Werk das ins Genre der kommerziellen BDSM-Filme von professionellen Dominas gehört, die unter amateurhaften Bedingungen und einfachem, simplen Storyboard abgedreht werden.

In den Räumen des bekannten Fetisch- und BDSM-Clubs KittyKat in München wurden die Szenen aufgenommen. In strenger Manier und authentischer Uniform erzieht Baroness Bijou einen reaktionslosen, einsilbigen Soldaten. Die Baroness gibt sich dabei die grösste Mühe mit schriller Stimme dem Soldaten den nötigen Drill zu vermitteln, was diesen allerdings nicht zu grossen Reaktionen veranlasst.

“Military Drill 1″ kann man unter die vielen tausend BDSM-Filme einordnen, die jährlich für ein ausschliesslich männliches Publikum vor den Computerbildschirmen produziert werden. Meine persönliche Begeisterung über diesen Film ist doch eher beschränkt. Da auch Kameraführung, Licht- und Tontechnik sowie Dramaturgie doch wenig überzeugen.

Regie: unbekannt
Dauer: 20.08min./ deutsch

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Donnerstag 29.10.2009 20.00 Uhr

Veröffentlicht unter Events, Video/Movies am 29. Oktober 2009 von Domenique von Sternenberg

A Heavenly Melancholy
Musikvideo (USA/ 1991) von Gitane Demone/CultEpics


Erschienen ist das Video als Teil einer vor 2 Monaten neu erschienen Edition, die das Gesamtwerk der Künstlerin auf 2 DVDs gut zusammenfasst.

Grüsse aus dem Käfig
sm@

Comme une lettre a la poste
Kurzfilm (CH/2008) von Filippo Filliger


Eine amüsante kleine Geschichte über den Studenten Franco (Filippo Filliger) der von seinem Professor (Gilles Tschudi) im Zusammenhang mit seiner Dissertation hintergangen und betrogen wird. Ein Zufall führt dazu, dass der Student entdeckt, dass der Professor eine heimliche Leidenschaft für sadomasochistischen Sexualpraktiken hat und einen Termin beim «Dominator Kurt Knut» gebucht hat. Er beschliesst diesen Umstand auszunützen und sich mit Hilfe einer Latexmaske als Dominator auszugeben um so seinem Professor ein Geständnis zu entlocken. Doch es kommt alles anders als er denkt, denn der Professor durchschaut  sein Spiel … Filippo Filliger ist es gelungen, ohne mit klischierten und voyeuristischen SM-Szenen zu übertreiben, eine humorvolle und unkomplizierte Geschichte zu erzählen.

Regie: Filippo Filliger
Kamera: Olivier Kunz
Dauer: 15min./französische, mit englischen Untertiteln

Grüsse aus dem Kinonsessel
Domenique

SM Rechter
Spielfilm (B/2009) von Erik Lamens, deutsche Erstaufführung


Der belgische Richter Koen Aurousseau wurde 1997 auf Grund eines privaten Videos, das im Zusammenhang mit einer Observation zum Dutroux-Fall in einem SM-Club, zum Vorschein kam, wegen Körperverletzung und Zuhälterei 1997 angeklagt und verurteilt. Das Video zeigte, wie er seine gefesselte Frau Magda auspeitschte und verschiedenen andern sadomasochistischen Praktiken unterwarf. Der Fall wurde an den europäischen Gerichtshof für Menschenrechte weiter gezogen und dort 2003 bestätigt. Koen wurde aus Amt und Eheren entlassen, verlor seinen bürgerlichen Rechte und alle Ansprüche auf eine Pension. Dies alles, obwohl Koens Frau Magda wiederholt und glaubhaft versichert und bezeugt hat, dass die Szenen allesamt nicht nur einvernehmlich, sondern sogar auf ihren eigenen expliziten Wunsch hin stattgefunden hatten und diese Aussagen von Psychiatern bestätigt wurde.

Soweit die Fakten, die dem Film “SM Richter” zugrunde liegen. Der Fall erregte in Belgien Ende der Neunziger Jahre in Belgien grosses Aufsehen und fand in den Medien grosse Beachtung. Als der belgische Filmemacher und Regisseur Erik Lamens 2005 auf der Suche nach einem starken Stoff für seinen ersten abendfüllenden Spielfilm suchte, erinnerte er sich wieder an diese Geschichte, die die Menschen einige Jahre zuvor sehr stark bewegt hatte. Trotz des grossen dramatischen Potentials zögerte er, die Ereignisse als Basis für einen Film zu benutzen. Er vermisste eine tragende persönliche Ebene die ihm, nach seinen eigenen Aussagen, für einen Film sehr wichtig ist um den Zuschauer emotional in das Geschehen auf der Leinwand zu involvieren.

Auf diesen “Missing Link” stiess er dann allerdings im Laufe der Vorabklärungen als sich herausstellte, dass die Geschichte ihre Wurzel ursprünglich in den sehr starken Depressionen hatte wegen derer Magda längere Zeit behandelt wurde. Diese hatten schliesslich zu einem Nervenzusammenbruch mit Spitalaufenthalt geführt. An diesem Tiefpunkt wurde der Leidensdruck für Magda so gross, dass sie ihrem Mann ihre geheimen stark ausgeprägten masochistischen Neigungen und Fantasien, die sie für ihren Zustand verantwortlich machte, schliesslich gestand. Statt sich, wie von ihr vorgeschlagen, scheiden zu lassen, entschied sich Koen aber zu seiner Frau zu stehen und sich auf ihre “dunklen Wünsche” einzulassen und mit ihr diesen Weg zu gehen.

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» Überblick im Blog-Lager

Eröffnung des 2.Fetisch Film Festivals 2009

Veröffentlicht unter Events, Video/Movies am 29. Oktober 2009 von Domenique von Sternenberg

Das Fetisch Film Festival Kiel ist eröffnet. Der Programmleiter Andy hat wieder mit viel Akribie ein schillerndes Programm zusammengestellt, das durch unbekannte Werke, kleine Überraschungen und aussergewöhnliche Perlen auf der Leinwand den Zuschauern die Welt des Fetisch, BDSM und der Erotik näher bringt. Er hat auch dieses Jahr versucht, aus den vielen Veröffentlichungen die neu erhältlich sind, die aber zum Teil auch schon vor Jahren produziert wurden und erst jetzt der Öffentlichkeit zugänglich sind, einen Querschnitt durch die diversen Genres innerhalb der Festival-Thematik zusammenzustellen.

Im ersten Augenblick kann es etwas befremdlich wirken, wenn kurze Dominawerbefilmchen oder Musikvideos mit hübschen Fetischbildern neben abendfüllenden Spielfilmen gezeigt werden. Doch es sind gerade auch solche Filme, die man ja sonst vielleicht nie sehen würde, die auch Teil der visuellen Umsetzung von Fetisch/BDSM sind und so den Blickwinkel  des Zuschauers erweitern. Ich persönlich empfinde es als sehr spannend auch solche Kurzflme oder Filme aus dem professionellen Umfeld des BDSM vorgeführt zu bekommen. Denn zu Hause würde ich solche Filme doch eher nicht anschauen, ganz einfach darum, weil ich mich in die kostenpflichtigen Memberbereiche spezieller Online-Anbieter erst gar nicht einlogge. Die Bandbreite der Qualität der vielen Filme ist dabei sehr weit gefasst und ermöglicht damit einen guten Vergleich über die jeweilige Ausdruckskraft und Qualität der Filme.

Ich und meine Sklaven-Tippse sm@ freuen uns auf jeden Fall auf die folgenden Tage im Kinosessel und den Austausch mit Regisseuren, Akteureuren/innen und anderen Fetischfilmfans.

Domina Silvia
Kurzfilm (BRD/ 2009) von Domina Silvia
Als Einleitung in die Fetischwelt der folgenden drei Tage wurde der Film von Domina Silvia ausgewählt. Ein Film der auf dem Webportal DOMINA.WS veröffentlicht wurde. Das Portal hat sich schon seit ein paar Jahren einen Namen gemacht als Online-Dominaführer für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Ich selbst gehörte zu den ersten Dominas die dieses Portal für ein Werbeporträt nutzte.

Regie: unbekannt
Dauer: 4.21min.

SM#1
Kurzfilm (São Paulo/ 2004) von Ida Feldmann


Der in Schwarz-Weiss gehaltene Kurzfilm hält sich sehr an das Genre des Film Noir. Währe nicht die experimentelle Musik des Duo Tetine (Eliete Mejorado & Bruno Verner), man könnte meinen es sei ein Original aus den frühen Anfängen des bizarren Films. Die vage Kameraführung vermittelt einem den Eindruck, als Zuschauer einer privat gefilmten SM-Session beizuwohnen. Durch den experimentellen Soundtrack bekommt das ganze noch zusätzlich einen unkonventionellen, künstlerischen Anklang. Die Bilder legen nie alles offen, lassen somit Raum für eigene Fantasien. Gleichzeitig befriedigen sie die Neugierde damit natürlich auch nie ganz. Die Szenen sind immer nur angedeutet, so wie die Musik bruchstückhaft aufblitz, abhakt und ausblendet so erhält der Zuschauer nur unscharfe Einblick in eine bizarre Welt. Mir persönlich hat der Film von Ida Feldmann gerade durch seine etwas schräge und szenische Unschärfe gefallen. Ida Feldmann (42) arbeitet und lebt als Künstlerin, Fotografin und Bloggerin in São Paulo. “SM#1″ ist ihr einziges, bekanntes Werk mit Bezug zu SM und bizarrer Erotik.

Der Film kam in erster Linie ins Programm weil er von einer Frau produziert wurde. Dies ist ein Aspekt der in der Fetischfilmszene doch eher Seltenheitswert hat. Auch wenn sich leider nachträglich im Austausch mit der Küntlerin offenbar herausgestellt hat, dass sie vom Kameramann Ricardo Sèco vermutlich sehr stark getrieben wurde.

Regie: Ida Feldmann
Kamera: Daniel Heymeyer/Ricardo Sêco
Dauer: 6.05min./ englisch
Soundtrack: Tetine

Service
Kurzfilm (USA/ 2009) von Julie Simone (zu Gast im Kino)
Es ist der kürzeste Kurzfilm (2min.) an diesem Abend und “Services” ist ein kleiner Appetithappen, der uns gespannt sein lässt auf die weiteren Werke der anwesenden Julie Simone aus Los Angeles. Sie hat sich speziell auf lesbische BDSM- und Fetischfilme ausgerichtet. Diese sind aber wohl eher für eine heterosexuelle Zuschauerschaft gedacht und werden von ihr  direkt über ihre Websites vertrieben. Die gezeigte Szene, die, wenn ich es richtig verstanden habe, extra für das Festival abgedreht wurde, zeigt Mistress Julie Simone, die lassziv ihre Zigarette mehrmals anzündet und dazwischen ihre Sklavin mit der Gerte traktiert und als Finale auf dem Sprungbrett eines Swimmingpools posieren lässt.

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Wenn SM-Engel reisen

Veröffentlicht unter Aus dem Alltag am 28. Oktober 2009 von Domenique von Sternenberg

Der versprochene Beitrag mit meinen persönlichen Gedanken und Erlebnissen zum Thema Femdom wird noch etwas auf sich warten lassen. Denn nun steht zuerst die Reise zum Fetisch Film Festival 09 in Kiel an.

Welchen Aufwand es bedeutet wenn SM-Leute auf Reisen gehen, habe ich schon einmal nach dem Sommercamp beschrieben. So ein ganz normaler Tourist der packt für ein paar Tage gerade mal seinen kleinen Rollkoffer mit Kulturbeutel, Wechselkleidung und noch ein paar Schuhe. Vielleicht noch Digitalkamera, Handy und die diversen Ladegerät. Dann hat es sich aber auch.

Nun Madame Sternenberg packt den mittelgrossen Rollkoffer mit Alltagskleidung, Fetischkleidung für den Abend und die Party, Stiefel und Highheels und grossen Kulturbeutel mit Make-up und allerlei Cremes, Haarpflege und so weiter. Dann einen Koffer voller SM-Spielzeug, Peitschen und Allerlei. anderen Dingen die eine Herrin so braucht. Und zu guter Letzt braucht die aktive Bloggerin dann noch eine Tasche mit elektronischem Equipment. Vom Laptop über die Digitalfotokamera mit Blitz, Handy, diverse Ladegeräte, Eurostecker bis hin zum JBL-Lautsprecher für das iPhone, damit ich meinen Lieblings-Sound auch im Hotelzimmer habe. Hinzu kommt dann noch eine Tasche mit Leckereien und Champagner für die lange Zugfahrt.

Zum Glück muss Subbie nur sein Halsband einpacken ;-) Nein, natürlich hat auch er einen kleinen Rollkoffer mit (Fetisch)kleidern – auch das Auge der Herrin geniesst ja schliesslich mit. Das ganze Gepäck muss nun zum Zug gebracht werden und da kann ich dann nicht einfach herrisch zusehen, sondern packe mit an, damit wir am Ende auch pünktlich mit allen Gepäckstücken am Bahnsteig sind.

Also bis demnächst – direkt vom 2.Fetisch Film Festival 09 in Kiel.

Grüsse
Domenique

PS: Es sei hier noch augenzwinkernd erwähnt, dass es noch viele andere “Hobbys” gibt die ebenfalls eine erhöhte Gepäckstückzahl benötigen. Beispielsweise Golfer, Angler, Surfer oder Biker. Aber bei denen dreht sich nicht so viel um bizarren, perversen, abartigen und dunklen Sex ;-) .

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Was ist eine “Femdom-Beziehung” 1.Teil

Veröffentlicht unter Aus dem Alltag, BDSM-Lifestyle am 22. Oktober 2009 von Domenique von Sternenberg

A Femdom symbol by GodessV and VeezKnight

In letzter Zeit stellte ich mir in den ruhigen Momenten der Reflexion immer wieder mal die Frage: Wie sieht für mich, ganz persönlich, die ideale Femdom-Beziehung aus? Darin ist natürlich zuerst einmal die Frage enthalten, was den eine solche spezielle Beziehungsform auszeichnet.

Hinter all den unterhaltsamen, etwas oberflächlichen, man könnte dazu sogar sagen plakativen sexuellen BDSM- Themen die ich hier in meinem Blog veröffentliche, steht aber immer auch die persönliche Auseinandersetzung mit dem Versuch eine Femdom- oder FLR-Beziehung im Alltag mit meinem devot-masochistischen Partner zu führen. Ohne dabei immer mit der Peitsche, Keuschheitsgürtel oder Fesseln lustvoll zu drohen und aufgestylt in Overknee-Stiefeln in engem Latex dazustehen. Was für jeden Mann natürlich nachvollziehbarer Weise durchaus eine geile Vorstellung ist.

Zuerst zur Erklärung der Begriffe Femdom und Female Led Relationship, die für viele die gleiche Bedeutung haben. Die unterschiedlichen Varianten wurde von denjenigen geschaffen, die sich nochmals innerhalb dieser Orientierung unterscheiden wollten. Female Domination (engl. für weibliche Dominanz, FemDom, Femdom) ist die bekanntere von diesen beiden Varianten. Anders herum gibt es Male Domination (engl. männliche Dominanz, MaleDom, Maledom) als Bezeichung für die männlich dominierte BDSM-Beziehung. Beim Begriff Femdom wird davon ausgegangen, das ein wesentlicher Bezug zu sexuellen BDSM-Praktiken vorherrscht. Meist verbunden mit einem Hang zu Fetischismus, dies muss aber nicht unbedingt Teil dieser Variante sein. Wie bei allen sexuellen Orientierungen sind die Übergänge sehr fliessend und die daraus entstehenden Präferenzen sehr vielfältig.

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