Choreografie mit der Bullwhip = 6 Feet Deeper
Es ist immer wieder verwunderlich wie schnell eine früher nur am Rande der Szene praktizierte Disziplin im BDSM plötzlich zum Trend avanciert. So findet man zur Zeit beim Bullwhip-Schwingen Land auf und ab gesellige Runden mit Frauen und Männern die sich in der Freizeit die Lederriemen um die Ohren hauen und im sadomasochistischen Fall sogar nackte Haut damit traktieren.

Maren Strack "6 Feet Deeper" 2004
So hat mir kürzlich eine zierliche Sexualtherapeutin erzählt, dass sie das Trainieren und Knallen mit einer Bullwhip entspanne und als wunderbares Mittel empfinde eventuell enstandene Agressionen auf sportliche Art los zu werden. Sie hat sich übrigens mit Nachdruck vom Peitschen zum Zweck sadomasochistischer Szenarien distanziert.
Oder eine Gruppe von Schweizer Sportwhippern die sich regelmässig zu gemeinsamen Wanderungen treffen, um dann während der Picknick-Pause fleissig mit ihren Bullwhips zu Üben und auf Schweizer Alpweiden herum zu “chlöpfe” (Schweizerdeutsch für Knallen). Wenn das die SVP mitbekommt, gibt es wohl auch noch ein Peitschen-Verbot in den Schweizer Alpen.
Aber auch an den SM-Play-Parties tauchen die langen, geflochtenen Lederriemen vermehrt auf und fliegen gekonnt oder auch des öfteren gefährlich chaotisch den Partygästen um die Köpfe. So hat bei der letzten SM-Party ein Master mehrmals seine Sklavin und synchron mich, nebenan mit meinem Sklaven leidenschaftlich spielend, mit seiner 2m Bullwhip getroffen.
Ich möchte hier aber nicht über Trends und unfähige Master herziehen. Denn auch ich schwinge ganz zeitgemäss und voll trendy seit ein paar Jahren meine Snake-, Signal- und Bullwhips an den Parties. Lasse sie effekthaschend Knallen und geniesse die ehrfürchtigen Blicke, wenn mein Sklave sich unter dem geflochtenen Leder windet und zuckt.
Der Reiz im Umgang mit der Bullpeitsche hat schon manchen fasziniert und zu kreativen Spielen animiert. So hat sich die Perfomancekünsterin Maren Strack für ihre Perfomance “6 Feet Deeper” (2004) den perfekten Umgang mit beidhändig geführten Bullwhips angeeignet. Ihrer Performance “6Feet Deeper” ist eine Reminiszenz an ihre Vorfahren die in den “Wilden Westen” der USA ausgewandert sind. In ihrem Video wird, neben der fantastischen Beherrschung der beiden australischen Bullwhips, eine eindrückliche Tanz-Choreografie gezeigt und die Frage “Warum knallt eine Bull-Peitsche?” sehr gut beantwortet.
Grüsse aus der Kunstszene
Domenique














