Wie man Familie und SM unter eine Schneedecke bringt

Ein abwechslungsreiches Wochenende ist vorüber. Neben uninteressanten, aber wichtige Arbeiten tagsüber, fand am Samstag Abend das alljährliche, sehr herzliche Familien-Weihnachtsessen mit dem, mittlerweile neunzigjährigen, Grossonkel und seiner gleichaltrigen Frau statt. Viel spannender war allerdings die anschliessend von mir geplante Überraschung für meinen Sub. Ich hatte heimlich den SM-Spielkoffer und je eine Tasche mit Fetischkleidern in meinen Sklaventransporter eingeladen. Wollte ich doch endlich wieder einmal etwas in BDSM-Spiel und -Ambiente abtauchen und auch Subbie hatte sich für das artige Verhalten beim Familientreffen eine “kinky” Belohnung verdient.

Mit etwas vollem Bauch ging es nach der Familienzusammenkunft durch die verschneite Stadt in Richtung Flughafen Zürich. Im Milchbuck-Tunnel musste Subbie die Augenbinde anlegen, seine Nervosität und Vorfreude stiegen merklich. Die Schneeflocken und die verschneiten Strassen hatten etwas sehr romantisches, auch wenn sie erhöhte Konzentration beim Fahren erforderten. Aber mit meinem Allradwagen ist etwas Schnee eigentlich kein Problem. Mir machte es sogar durchaus Spass, die Annehmlichkeiten meines Autos wieder einmal unter besonderen Strassenbedingungen zu erleben.

Am Ziel angekommen, durfte mein Sklave die Augenbinde abnehmen und nach kurzem Rundumblick wusste er, wohin er gebracht worden war. Ein kleiner, privater SM-Club in der Agglomeration von Zürich, den wir des öfteren besuchen um unter den Blicken der Anwesenden etwas intensiver zu spielen. Zu Hause im Dungeon sind unsere Sessions sicher sehr schön und intimer, aber unter den Augen eines Publikums werden gewisse Praktiken für mich und Subbie auf eine andere Art intensiver und dadurch sehr viel geiler. Für Subbie ist das Gefühl, als unterwürfiger Sklave oder gar als sprachlose Puppe mit Vollmaske präsentiert und ausgestellt zu werden, ein absolut heisses Erlebnis. Ich dagegen geniesse den Auftritt als Herrin und Sklavenbesitzerin. Es törnt mich an, vor den Zuschauerinnen und Zuschauern meinen Sklaven zu präsentieren, zu erziehen und zu bestrafen. Ich geniesse die lüsternen, ehrfurchtsvollen und manchmal auch ängstlichen Blicke sehr, wenn ich meine Peitschen gekonnt schwinge und sich mein Subbie unter schmerzlichen Lustqualen windet und stöhnt.

Zu Beginn eine kurze Begrüssung und die Übergabe meines Weihnachtsgeschenks an den Club, ein Set von kleinen, schwarzen Abfalleimern. Des öfteren hatte ich diese hier schon vermisst. Dies auch darum weil ich früher, als professionelle Domina in meinem Studio, gewohnt war Abfälle, wie zum Beispiel gebrauchte Nadeln oder Kleenex, umgehend und unauffällig zu entsorgen. Nach kurzer Begrüssung und Umziehen sind wir auch diesmal gleich ins Spiel eingetaucht, wie ich es mir seit längerem angewöhnt habe. Das joviale Geplauder vorab vermeide ich tunlichst, weil es der Stimmung für das SM-Spiel meist eher abträglich ist. Man steht herum, knabbert Nüsschen, trinkt etwas, übt sich im Kleingespräch über Banales, oft auch Unerfreuliches und bleibt so viel zu lange sitzen, womit die vorab aufgebaute SM-Stimmung auf, oder gar unter Tagesdurchschnitt sinkt.

Meine drei neuen, wundervollen Peitschen von Toolworks aus Chicago konnte ich an diesem Abend zum ersten Mal in der Öffentlichkeit einsetzen. Die devote Schenkerin, meine scheue Sklavin, ist dem Spiel in der Öffentlichkeit völlig abgeneigt. Dass ich ihr persönliches Geschenk auch bei Subbie einsetze stört sie zum Glück in keiner Weise, ja findet sie sogar sehr spannend und heiss, wenn ich ihr später den Ablauf des Szenarios genüsslich erzähle.

Wie so oft in den vielen Jahren an den unterschiedlichsten SM- und Fetischisten-Treffpunkten, war es auch an diesem Abend wieder so, dass die Männer mehrheitlich simple schwarze Hosen und schwarzes Hemd oder T-Shirt trugen. An sich störe mich daran schon lange nicht mehr, aber wenn die Diskussion dann doch wider einmal auf dieses Thema kommt, halte ich mit meiner Meinung nicht zurück.

Bei Frauen in der SM- und Fetischszene ist der erotische Reiz des Visuellen über die Jahre wohl ganz einfach verkümmert. Dennoch, gerade jetzt zu Weihnachten ist ja wieder die hohe Zeit des schön verpackten Geschenks. Da wäre es doch mal nett wenn das Motto “Schenk di deiner Herrin als a sexy Packerl” bei den Männern fruchten würde. Dies gilt durchaus auch für die vielen “Schwarzes-T-Shirt-Master” und die “Schlabber-Lederhosen-Dom-Fraktion”. Zumindest was mich betrifft, isst auch bei den Frauen das Auge mit und so wäre eine etwas kreativere und erotischere Kleiderwahl bei den Männer durchaus stimulierend und lustfördernd. Darum bin ich überaus glücklich darüber, dass mein Sklave einen sehr ausgeprägten Hang zu den unterschiedlichsten Fetisch-Outfits sowie den Mut dazu hat, diese auch öffentlich zu tragen und dass sein Stilbewusstsein perfekt zu dem meinigen passt. So brauche ich ihm, zumindest in dieser Hinsicht, kaum weitere Erziehung zukommen lassen.

Es ist allerdings auch zu bemerken, dass vor allem bei den jüngeren, männlichen Fetischisten einiges in Bewegung ist und es auch in dieser Hinsicht immer öfter etwas Leckeres zu sehen gibt. Hierfür lohnt es sich durchaus ab und zu an Fetischparties zu gehen. Bei den SM-Play-Parties ist das Outfit oft auch bei den Jüngeren eher Nebensache und wird ohnehin von der Hälfte der Besucher/innen schon früh am Abend ausgezogen.

Wie siehst Du dies, geneigte Leserin? Worauf was achtest Du besonders und was stimuliert Dich in Sachen Männeroutfits im Umfeld der Fetisch- und BDSM-Szene am meisten?

Dresscode-Grüsse
Domenique

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